Der Mensch Technik Podcast

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00:00:04: Herzlich Willkommen zum Ancient Technik Podcast.

00:00:06: Dieser Podcast ist für alle, die Technologie entwickeln, vertreiben oder nutzen.

00:00:12: Für Alle, die immer mal wieder das Gefühl haben, dass Technologie sie überrumpelt oder beherrscht.

00:00:17: Für alle, Die verstehen wollen was Technologie mit uns macht und wie wir unser Leben zurückbekommen.

00:00:23: Dieser podcast ist für die, die technologie sexy machen wollen.

00:00:27: Alli Produkteentwickler Designer UXUI Profis Produktmanager CTOs CEOs Und Ich hatte ursprünglich geplant, dass die heutige Episode, die letzte vor der Sommerpause ist bis mir aufgefallene ist.

00:01:04: Das nächste Woche ja ... WeConnect CarHMI Europe ist, also die ganz große Automotive User Interface, Automotive Menschmaschine Schnittstellenkonferenz hier in Europa und da habe ich mich entschlossen noch eine Folge vor der Sommerpause dran zu hängen.

00:01:26: Es wird dann also in zwei Wochen eine Folge geben.

00:01:31: zum Thema was war los auf der Car?

00:01:35: Ich bin sehr gespannt, die.

00:01:37: im letzten Jahr fand ich es nicht so doll was geliefert wurde.

00:01:41: Der Content war eher okay.

00:01:47: Die Former We Connect hat auch ihre Policy, ihre Politik geändert.

00:01:52: Wer reden darf und wer nicht reden darf?

00:01:55: Ich bin kurzfristig aus dem Speaker Panel rausgefallen.

00:02:00: das schmerzt ist aber irgendwie nicht zu ändern.

00:02:05: Wenn die mich nicht wollen, dann wollen sie mich halt nicht!

00:02:09: Ich hoffe mit einem der verantwortlichen oder einer der Verantwortlichen ein offenes ehrliches Gespräch führen zu können woran es denn lag?

00:02:19: Die offizielle Begründung ist man wolle mehr Business to business sein und da würden Consultants nicht reinpassen was ich für etwas Hanebüchen halte... Aber okay Ich werde teilnehmen, ich werde euch berichten darüber und alles andere kläre ich dann hinter den Kulissen.

00:02:38: Ihr werdet die Ergebnisse mitbekommen.

00:02:41: Zur heutigen Episode in den vergangenen Wochen habe ich eine kleine Serie aufgebaut.

00:02:50: da habe ich einmal einen Überblick Podcast gemacht.

00:02:53: aber was sind die großen Herausforderungen zum Thema Automotive HMI?

00:03:02: Und habe dann zwei Episoden gemacht, wo ich etwas detaillierter in Einzelaspekte eingestiegen bin.

00:03:09: Da ging es einmal um die zunehmende Bedeutung von Multimodalität.

00:03:16: Die zentrale Erkenntnis ist dass der Wert moderner Automotive User Interfaces nicht den einzelnen Eingabermodalitäten liegt sondern In deren intelligenter Nutzer zentrierter User-focused Orchestrierung.

00:03:36: und danach habe ich eine Episode gemacht zum Thema Liquid HMIs.

00:03:43: Dass Automotive HM Is eben nicht mehr nur im Fahrzeug stattfinden, dass es nur ein Ort ist irgendwie in der Mittelkonsole, ein Bildschirm und paar Buttons außen rum wie das vor zwanzig Jahren der Fall war sondern dass sich die HMis über die Fahrzeuge heraus hinaus erweitern.

00:04:03: Und was für ein Einfluss das eigentlich hat auf die User Experiences, auf die Nutzererlebnisse an den unterschiedlichen Geräten, Plattformen wie die Touchpoints sich da auswirken.

00:04:18: Heute werde ich einen ganz anderen Aspekt ansprechen in dem ich aber eine immense Herausforderung sehe – die kulturelle Anpassung von Menschmaschine-Schnittstellen konkret aufgehängt an der Frage, wie chinesische Fahrzeughersteller ihre HMIs für europäische Nutzer adaptieren können sollen dürfen müssen und was wir darüber hinaus generell über interkulturelle User Experience lernen können.

00:04:56: Ich werde starten damit dass ich die Illusion des universellen Nutzers mal anschaue Damit dann auf Aufzeige, warum ein Human-Center-Design-Prozess interkulturelle Unterschiede nicht ignorieren sollte.

00:05:13: Anschließend werde ich analysieren weshalb chinesische HMIs heute anders gestaltet sind als ihre europäischen Pondants welche gesellschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen dahinterstehen.

00:05:29: Und in einem dritten Abschnitt werfe ich einen Blick auf die Erwartung der europäischen Nutzer und die speziellen Anforderungen, die europäische Nutzer & Nutzerinnen an Transparenzkontrolle und Usability stellen.

00:05:47: Darauf aufbauen werde ich mal reinschauen was denn die Europäisierung chinesischer HMAS tatsächlich bedeutet?

00:05:56: Und warum sie weit über die reine Übersetzung von Menüs Sprachen hinausgeht.

00:06:02: In einem fünften Abschnitt werde ich das Konzept der Cultural User Experience einführen und zeigen, warum kulturelle Passung zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für digitale Produkte wird.

00:06:20: Und abschließend kurzer Blick in die Zukunft.

00:06:24: wie globale Technologieplattformen mit lokal angepassten User Experiences kombiniert werden können Am Ende hier globaler Fahrzeuge und Software werden, desto wichtiger wird die Frage.

00:06:38: Wie schaffen wir Technologien?

00:06:41: Die sich überall auf der Welt menschlich, menschengerecht Menschen konform erwartungskonform angepasst an use cases anfühlen werden?

00:06:54: ok erste abschnitt illusion des universellen nutzers.

00:07:00: wer sich mit technologieentwicklung beschäftigt begegnet immer wieder einer impliziten annahme die früher omnipräsent war, inzwischen hin und wieder mal hinterfragt wird.

00:07:11: Aber immer noch vorhanden ist.

00:07:12: Menschen sind überall auf der Welt im Wesentlichen gleich.

00:07:16: Wenn eine Technische Funktion funktioniert wenn sie nach Ideen des Entwicklers intuitiv gestaltet ist und dann einem der Märkte erfolgreich aufgenommen wird Dann sollte das auch eins zu eins in anderen Regionen funktionieren.

00:07:31: Schließlich sind wir alle Menschen Und hier beginnt eines der ganz großen Missverständnisse in der Entwicklung von Mensch-Maschinen-Schnittstellen, von Human Machine Interfaces.

00:07:43: Natürlich unterscheiden sich Menschen nicht grundlegend in ihren kognitiven Fähigkeiten.

00:07:48: die ganze physiologische Seite das ist alles gleich.

00:07:52: weltweit global.

00:07:54: Ja also die Prinzipien guter Usability gelten weltweit.

00:07:57: wie groß sollte eine Schrift sein?

00:07:59: Wie machen wir es mit den Kontrasten?

00:08:03: Wie sieht man, wie viel Informationen kann ich aufnehmen?

00:08:06: Also wie viele Menüpunkte kann ich dann auf einem einzigen Bildschirm darstellen.

00:08:11: Das sind Themen in denen es keine größeren Unterschiede gibt.

00:08:16: Ja also Menschen bevorzugen aller verständliche Systeme, saubere Rückmeldung vorhersehbare Interaktionen.

00:08:24: Trotzdem gibt es Aspekte In der Wahrnehmung von Technologie die erheblich vom kulturellen Umfeld geprägt ist.

00:08:34: Kultur beeinflusst unsere Erwartung an Technik.

00:08:37: Sie beeinflußt wie viel Kontrolle wir einem System überlassen möchten, wie wir mit Unsicherheiten umgehen?

00:08:42: Wie stark wir Automatisierung vertrauen?

00:08:45: Welche Rolle Technologien unserem Alltag überhaupt spielen soll.

00:08:49: selbst so eine einfache Frage wie Soll das System eigenständig Vorschläge machen oder wie viele Entscheidungen soll eines Software für den Nutzer treffen können unterschiedlichen Kulturen sehr unterschiedlich bewertet werden.

00:09:05: Ein Beispiel spontan sind digitale Assistenten.

00:09:08: Also während manche Nutzer proaktive Empfehlungen als hilfrechen Service erleben, empfinden andere dieselbe Funktion als aufdringlich bevormundend nenniehaft.

00:09:19: ein System das für eine Nutzergruppe intelligent wird kann für eine andere unberechenbar wirken und die technische Lösung ist identisch.

00:09:30: Die Wahrnehmung Wie diese Lösung vom Nutzer von der Nutzerin aufgenommen wird, ist es nicht.

00:09:37: In einer Automobilindustrie gewinnt diese Erkenntnis zunehmend an Bedeutung.

00:09:41: Also Fahrzeuge werden heute für globale Märkte entwickelt – das ist schon lange so und das ist heute noch mehr Assisiem als war.

00:09:48: Plattformen, Software-Architekturen, digitale Dienste sollen möglichst weltweit eingesetzt werden.

00:09:54: Gleichzeitig treffen diese globalen Produkte auf Nutzer mit sehr unterschiedlichen Erwartungen, Gewohnheiten Wertvorstellungen.

00:10:04: Die Vorstellung eines universalen Nutzers stößt damit an ihre Grenzen.

00:10:10: wer Human Center Design Prozesse ernst nimmt darf den Menschen nicht als abstrakte Durchschnittsperson betrachten.

00:10:21: Nutzer und Nutzerinnen existieren nicht im luftlären Raum.

00:10:25: sie leben in sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontexten die ihr Verhalten ihrer Erwartung, ihre Ideen, ihre Probleme erheblich prägen.

00:10:34: Also, dass in einem Markt als innovativ und attraktiv wahrgenommen wird kann in anderen Märkten Skepsis- und Ablehungen verrufen.

00:10:42: Und gerade im Spannungsfeld zwischen chinesischen und europäischen Fahrzeugkonzepten wird das immer sichtbarer.

00:10:52: Viele der derzeit diskutierten Unterschiede bei Displays Sprachassistenten, Automatisierung digitalen Ökosystem sind nicht Nur rein technische Entscheidung.

00:11:02: Sie spiegeln auch unterschiedliche Vorstellungen darüber wieder, wie Menschen mit Technologie interagieren möchten?

00:11:10: Die entscheidende Frage lautet daher nicht ob ein HMI objektiv gut oder schlecht ist.

00:11:16: die entscheidenden frage lautet für wen es entwickelt wurde.

00:11:20: Denn einer HMI kann nur dann wirklich Nutzer und Nutzerin zentriert sein wenn sie nicht nur den menschen versteht als Seuchen, als Solitär sondern auch den dazugehörigen kulturellen Kontext.

00:11:43: Kommen wir zum zweiten Punkt.

00:11:44: Warum sind denn eigentlich chinesische Age-Maisern?

00:11:48: Also wie heute ein aktuelles Fahrzeug eines chinesischen Herstellers anschaut und sich da einsetzt erkennt schnell dass sich viele Konzepte deutlich von dem unterscheiden was europäischer Nutzer über die Jahre gewohnt waren.

00:12:00: Also große Displays sind tendenziell vorhanden, zahlreiche Funktionen über Touchscreen-Steuern, Sprachassistenten mit immer mehr Aufgaben, digitale Dienste tief in das Nutzungserlebnis integriert.

00:12:12: Für europäische Betrachter wirkt manches davon innovativ, manches ungewohnt und manches eventuell übertrieben oder in die falsche Richtung gehen.

00:12:25: Und es wäre an diesem Punkt Ein Fehler diese Unterschiede ausschließlich als die Seilentscheidung eines einzelnen Herstellers zu betrachten.

00:12:35: HMIs entstehen nicht im luftleeren Raum, sie sind immer ein Spiegel der Gesellschaften, für die sie entwickelt werden.

00:12:43: Wer verstehen möchte warum chinesische HMEs heute anders aussehen und funktionieren als europäische muss daher einen Blick auf die kulturellen gesellschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen werfen.

00:12:56: China Hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine außergewöhnliche digitale Transformation durchlaufen.

00:13:03: Viele Technologien, die in Europa schrittweise eingeführt wurden haben sich dort in kürzester Zeit flächendeckend etabliert.

00:13:10: Themen wie Mobile Payment – es gibt in China kein Bargeld mehr praktisch und es gibt auch kaum Kreditkartenzahlung.

00:13:18: Es wird alles bei Mobile Payments abgewickelt.

00:13:21: Das Thema QR-Quotes digital Identitäten Superapps Da, meine chinesischen Kollegen.

00:13:28: Für die ich gearbeitet habe mit denen ich geararbeitet hab eine jahre.

00:13:32: Manchmal völlig verblüfft aber wie viele Apps ich auf meinem Handy draufhabe.

00:13:38: Weil viele Funktionen, die hier in separaten Apps sind, sind in China in Super-Apps drinne wo Dinge zusammengefasst werden.

00:13:48: Wir haben das also europäer häufig zwischen einzelnen Anwendungen wechseln erledigen viele Menschen in China Kommunikation, Bezahlung, Termin, Organisationen, Shopping und Mobilitätsdienste innerhalb weniger hoch integrierter Plattform.

00:14:03: Und das ist noch ein Beispiel dafür wie diese Erfahrung die Erwartungen an digitale Produkte prägen.

00:14:09: Nutzer die ihren Nutzerinnen den ihrem Alter hochgradig integrierte digitale Ökosysteme gewohnt sind Erwarten häufig auch von ihrem Fahrzeug eine ähnliche nahelose Vernetzung.

00:14:21: Das Auto ist in China ein Teil des Ökosystems, kein isoliertes Transportmittel sondern ein weiterer Baustein eines digitalen Lebensraums und dazu kommt eine ausgeprägte Offenheit gegenüber technologischen Innovationen.

00:14:39: Neue Funktionen werden weniger kritisch hinterfragt als in Europa und stärker als Ausdruck vom Fortschritt wahrgenommen Während europäischer Nutzer und Nutzerinnen häufig erst mal nach Risiken, Einschränkungen wirklich Nachteilen fragen steht in China sehr viel häufiger der potenziellen Nutzen im Vordergrund.

00:14:58: Das bedeutet nicht dass chinesische Nutzer völlig unkritisch sind.

00:15:01: es bedeutet mehr das technologischen Neuerung auf eine grundsätzlich höhere Akzeptanz stoßen.

00:15:10: Weitere Punkt ist die Altersstruktur vieler Fahrzeugkäufer in China.

00:15:14: Das Durchschnittsalter von Neuwagenkäufern liegt in China deutlich niedriger als an den meisten europäischen Märkten, entsprechend selbstverständlich es für viele Nutzer der Ungarn und Smartphone Apps und digitalen Diensten Funktionen, die in Europa gelegentlich noch als zu digital wahrgenommen werden, entsprechend dort den gewohnten Interaktionsmustern des Alltags.

00:15:37: Ein weiterer Faktor ist der Umgang mit Daten und Personalisierung.

00:15:40: Moderne HMIs leben zunehmend davon, Nutzer zu erkennen, Präferenzen zu speichern, individuelle Empfehlungen auszusprechen.

00:15:47: Werden europäische Nutzer häufig großen Wert auf Datenschutz-, Transparenz- und Kontrolle legen wird die Weitergabe persönlicher Daten in anderen Märkten teilweise pragmatisch bewertet.

00:15:59: Wenn ein erkennbarer Mehrwert entsteht, ist das alles okay?

00:16:04: Und auch das führt am Ende nachher zur entsprechenden Gestaltung, anderen Gestaltungen von Nutzungserlebnissen.

00:16:13: All diese Funktionen führen dazu dass viele chinesische Fahrzeuge Keshella HMI entwickeln die konsequent auf Digitalisierung Vernetzung und Funktionsverfahren viel verzetzen.

00:16:23: Aus europäischer Perspektive entsteht dabei manchmal der Eindruck Das Fahrzeige zu rollenen Smartphones werden.

00:16:30: als chinesischer Perspective hingegen handelt es sich häufig um eine logische Weiterentwicklung bestehender digitaler Lebenswelten.

00:16:41: Das bedeutet jetzt auch nicht, dass chinesische HMAS grundsätzlich besser oder schlechter sind als europäische Ansätze.

00:16:45: sie sind vor allem Ausdruck einer anderen Nutzer und Nutzerin Erwartung und anderer gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

00:16:54: Genau deshalb wird die Frage der kulturellen Anpassung für chinesischen Hersteller zunehmend relevant Denn ein HMI, das in Shanghai begeistert aufgenommen wird muss nicht zwangsläufig dieselbe Wirkung in Paris, Meiland oder Stuttgart entfalten.

00:17:09: Mit der zunehmenden Expansion chinesischer Markten nach Europa beginnt daher eine spannende Phase – Nicht die technische Leistungsfähigkeit der Systeme steht im Mittelpunkt sondern die Frage wie gut sie sich an die Erwartungen und Bedürfnisse europäischer Nutzer- und Nutzerinnen anpassen lassen.

00:17:29: Genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung der Europäisierung chinesischer HMIS.

00:17:38: Kommen wir zum europäischen Nutzer, wenn Chinesische Hersteller ihre Fahrzeuge nach Europa anbringen treffen sie auf einen Markt der technologisch hochentwickelt ist das Nutzer jedoch teilweise andere Erwartungen an Menschmaschinen Interaktionen haben.

00:17:51: Die Herausforderung besteht dabei nicht darin dass europäische Nutzer weniger Technik erfüllen werden oder digitale Innovationen ablehnen würden.

00:18:01: Es unterscheiden sich die Maßstäbe, nach denen Technologie bewertet wird.

00:18:06: Während in vielen chinesischen Fahrzeugkonzepten Komfortvernetzungen digitale Services im Vordergrund stehen legen europäische Nutzer mehr Wert tendenziell auf Transparenzkontrolle und Vorhersagbarkeit.

00:18:22: Sie möchten verstehen warum ein System etwas tut welche Konsequenzen eine Entscheidung hat und wie sie bei Bedarf eingreifen können.

00:18:30: Besonders im Automobilbereich spielt dieses Bedürfnis nach Kontrolle eine wichtige Rolle, da Fahrzeuge nicht nur Konsumaprodukte sind sondern auch Sicherheitskritische Systeme.

00:18:47: Nehmen wir als Beispiel das Thema Automatisierung.

00:18:49: Viele moderne Fahrzeige übernehmen heute Aufgaben die früher ausschließlich vom Fahrer ausgeführt waren.

00:18:55: also Technologie greift in die Kerninteraktion zwischen Fahrer und Fahrzeug ein.

00:19:00: Sie unterstützen zum Beispiel beim Einparken, halten die Spur, schlagen Bewegationsziele vor, halten Abstände, fahren in bestimmten Kontexten alleine.

00:19:11: Solche Funktionen werden grundsätzlich geschätzt solange ihre Arbeitsweise nachvollziehbar bleibt.

00:19:17: Entsteht jedoch der Eindruck das Systeme eigenständige Entscheidungen treffen ohne diese ausreichend zu erklären oder dass Nachvollziehung wird warum sie gefällt werden?

00:19:27: Dann sinkt das Vertrauen oft schnell!

00:19:30: Gerade ist mein Gefühl, dieser Haltung ist in Deutschland besonders ausgeprägt.

00:19:36: Ja also historisch gewachsenen Ingenieurs.

00:19:38: Tradition spielt damit rein die hohen Qualitätsansprüche des Sicherheitsbewusstsein.

00:19:45: es führt dazu dass Nutzer häufig wissen möchten wie ein System funktioniert und wo seine Grenzen liegen.

00:19:50: was passiert wenn ich die Grenzen überschreite?

00:19:53: Ein Fahrzeug wird nicht nur danach beurteilt was es kann sondern auch danach wie zuverlässig und vorhersehbar er sich verhält.

00:20:02: Ähnliches gilt für die Gestaltung von HMIs.

00:20:05: Europäische Nutzhabe vorzugen häufig eine klare Struktur, logische Informationsarchitekturen konsistente Interaktionskonzepte.

00:20:14: Die reine Anzahl von Funktionen ist nicht unbedingt ein Vorteil.

00:20:20: Im Gegenteil zu viele Optionen, zu viele Menüs und zu viele Personalisierungsmöglichkeiten können schnell den Andruck von Komplexität erzeugen.

00:20:31: Was kann das System, sondern wie einfach kann ich meine Aufgaben mit dem System erledigen?

00:20:39: Auch beim Thema Datenschutz zeigen sich Unterschiede.

00:20:42: Während viele digitale Geschäftsmodelle auf der Sammlung und Auswertung von Nutzer- und Nutzern Daten basieren betrachten zahlreiche europäische Nutzer ihre Daten etwas als etwas was ganz bewusst geschützt werden muss.

00:20:56: Transparenz darüber welche Informationen gesammelt werden und wofür sie verwendet werden wird zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil der User Experience.

00:21:05: Ja, Vertrauen entsteht nicht alleine durch Komfort sondern auch durch die Gewissheit das Kontrolle über persönliche Daten beim Nutzer verbleibt.

00:21:19: Dann kommen wir zum nächsten Thema künstliche Intelligenz in dem Kontext.

00:21:22: Viele Erstellen integrieren derzeit KI basierte Assistenten die proaktive Empfehlungen geben die die Routen erlernen, die Funktion automatisiert anpassen.

00:21:33: Solche Systeme können einen erheblichen Mehrwert schaffen, steht völlig außer Frage.

00:21:38: Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage wie viel Eigeninitiative des Systems Nutzer oder Nutzerinnen akzeptieren?

00:21:49: Wenn manche Menschen einen digitalen Assistenten als hilfreichen Begleiter wahrnehmen empfinden andere dieselbe Funktion als störend oder beformernd.

00:22:01: Hier zeigt sich ein grundlegender Unterschied zwischen einer Technikzentrierten und einer Nutzer-Zentrierten sichtbar.

00:22:07: Technologisch betrachtet ist eine Funktion erfolgreich, wenn sie möglichst viel leisten kann.

00:22:13: Aus Sicht des Nutzers ist sie erfolgreich, weil sie im richtigen Moment den richtigen Wert erzeugt.

00:22:20: Mehr Automatisierung führt daher nicht automatisch sondern besseren User Experience.

00:22:26: Für chinesische Hersteller gibt sich daraus eine zentrale Erkenntnis.

00:22:29: Der europäische Markt verlangt nicht zwangsläufig weniger Technologie, er verlangte häufig eine andere Form der Technologie.

00:22:38: Nutzer möchten unterstützt werden ohne die Kontrolle zu verlieren.

00:22:41: Sie wünschen sich intelligente Systeme die ihre Bedürfnisse verstehen ohne aufdringlich zu werden.

00:22:47: sie schätzen Komfort erwarten aber gleichzeitig Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

00:22:55: An dieser Stelle wird deutlich, warum die Europäisierung chinesischer HMIs weit über eine reine Übersetzung von Sprachen und Menüs die Anpassung einzelner Icons hinausgeht.

00:23:08: Es geht um die Anpassen an unterschiedliche Erwartungen darüber wie Technologie mit Menschen interagieren sollte.

00:23:16: Und damit letztlich um die Frage was Human Center Design in unterschiedlichen kulturellen Kontexten tatsächlich bedeutet?

00:23:28: Ja, was bedeutet denn nun Europäisierung von HMAS?

00:23:34: Wenn über die Anfassung chinesischer Fahrzeuge für den europäischen Markt gesprochen wird, denken viele erst einmal an vergleichsweise offensichtliche Maßnahmen.

00:23:42: Also Menüs werden übersetzt, Navigationsdaten abgespeichert, lokale Streaming-Dienstzentee kreiert, die Einheiten angepasst, rechtliche Anforderungen erfüllt... All das ist notwendig!

00:23:55: Reicht aus meiner Sicht jedoch nicht aus.

00:23:58: Die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo kulturell geprägte Nutzer-Erwartungen aufeinandertreffen.

00:24:04: Europäisierung bedeutet nicht ein chinesisches H&M ins deutsche französische oder italienische zu übersetzen.

00:24:11: Europaesierung bedeutet einen System so weiterzuentwickeln dass es den Erwartungen europäischer Nutzer an Kontrolle Transparenz Sicherheit und Usability gerecht wird.

00:24:26: Es geht nicht um Sprache Es geht ums Nutzererlebnis.

00:24:34: Nehmen wir das Beispiel mal Automatisierungsfunktionen.

00:24:38: Viele moderne Systeme treffen heute eigenständige Entscheidungen oder schlagen proaktive Aktionen vor, also technisch betrachtet sind solche Funktionen oft ziemlich beeindruckend.

00:24:48: Aus Sicht vieler europäischer Nutzer stellt sich jedoch zunächst eine andere Frage Warum macht das Fahrzeug das jetzt gerade?

00:24:58: Genau hier entsteht die Notwendigkeit für Erklärbarkeit und Transparenz.

00:25:06: Nutzer und Nutzerinnen möchten verstehen, auf welcher Grundlage einer Empfehlung ausgesprochen oder eine Funktion aktiviert wurde.

00:25:12: Sie möchten nachvollziehen können was das System weiß, was es annimmt und welche Optionen sie selbst haben.

00:25:19: Ein intelligentes System wird nicht allein dadurch akzeptiert dass es leistungsfähig ist.

00:25:24: Es muss seine Intelligenz auch verständlich machen Die Balance zwischen Automatisierung und Kontrolle.

00:25:33: Viele digitale Systeme werden heute nach dem Prinzip entwickelt, die im Nutzer möglichst viel Arbeit abzunehmen.

00:25:39: Grundsätzlich ist das sinnvoll, grundsätzlich alles okay.

00:25:42: Gleichzeitig zeigt sich aber immer mehr dass Nutzer nicht jede Entscheidung gelegieren möchten.

00:25:48: Besonders in Europa besteht häufig der Wund automatisierte Funktionen aktiv zu bestätigen, konfigurieren oder auch am Ende deaktivieren zu können.

00:25:58: Die Frage lautet daher nicht nur, wie viel Automatisierung technisch möglich ist sondern wie viele Automatisierungen kulturell akzeptiert wird.

00:26:08: Auch die Informationsarchitektur spielt dabei eine wichtige Rolle, zahlreiche chinesische Fahrzeuge beeindrucken mit umfangreichen Funktionen und einer Vielzahl digitaler Dienste.

00:26:22: für europäische Nutzer-Nutzerinnen entsteht daraus hier auch nicht automatisch ein besseres Nutzungserlebnis.

00:26:27: im Gegenteil Je mehr Funktion ein System bietet, desto wichtiger wird die Fähigkeit Komplexität intelligent zu reduzieren.

00:26:38: Europäische Nutzer und Nutzerinnen erwarten häufig eine klare Struktur logischer Bedienfade – eine hohe Konsistenz innerhalb eines Systems.

00:26:48: Sie möchten nicht jede Funktion suchen müssen!

00:26:51: Sie möchten Aufgaben effizient erledigen können.

00:26:55: Aber die Qualität eines HMIs bemisst sich nicht an der Anzahl seiner Features, sondern an seiner Fähigkeit relevante Funktionen um richtigen Moment zugänglich zu machen.

00:27:10: Beutlich wird dieser Unterschied im Bereich HMI-Konzept denn in den letzten Jahren haben viele Hersteller konsequent auf Touchscreens gesetzt und physische Interaktionselemente reduziert oder auch vollständig entfernt.

00:27:22: Gleichzeitig zeigt es sich zunehmend dass zahlreiche Nutzer weiter in den Wert haptischer Interaktionen schätzen insbesondere bei häufig genutzten und oder sicherheitsrelevanten Funktionen.

00:27:36: Diese Entwicklung erinnerten wir an das Thema, was ich schon einige Male hier angesprochen habe.

00:27:42: The Revenge of the Analog.

00:27:44: Wer hat die Rückkehr des Analogen?

00:27:45: Die Rache des Analogs?

00:27:47: nicht jede digitale Lösung erzeugt automatisch einen höheren Nutzen.

00:27:52: Manchmal ist ein physischer Dreheregler einer Taste eine Schieberegler Oberfläche das bessere HMI als noch ein Touchscreen.

00:28:05: Euer Europäesierung bedeutet da ja auch die kulturellen Erwartungen an Usability und an Interaktion ernst zu nehmen, anstatt ausschließlich technologischen Trends zu folgen.

00:28:18: Weiteres hochgradig sensibles Thema in dem Kontext Datenschutz und Datenhoheit.

00:28:23: Während moderne HMIs zunehmend auf Personalisierung und KI setzen Erwarten viele europäische Nutzer Transparenz darüber, welche Daten erhoben werden und wie diese verwendet werden.

00:28:35: Vertrauen entsteht hier nicht durch Funktionalität sondern durch nachvollziehbare Prozesse durch das Gefühl die Kontrolle über die eigenen Informationen zu behalten.

00:28:50: Letztlich geht es bei der Europäisierung chinesischer HMIS um deutlich mehr als nur reine Designanpassung.

00:28:57: Es geht um die Übersetzung technologischer Möglichkeiten in kulturell passende Nutzererlebnisse.

00:29:06: Die gleiche Funktion kann in unterschiedlichen Märkten völlig unterschiedlich wahrgenommen werden, ein proaktiver Assistent kann als hilfreiche Unterstützung oder aus einer wünschte Bevorwundung erlebt werden.

00:29:19: eine automatisierte Entscheidung kann Komfort schaffen oder Misstrauen erzeugen Und genau deshalb wird die Europäisierung von HMAS seiner strategischen Disziplin.

00:29:30: Erfolgreich werden jene Hersteller sein, in denen nicht nur globale Technologien entwickeln sondern verstehen wie diese Technologienen unterschiedlichen kulturellen Kontexten erlebt werden.

00:29:44: Human Center Design endet nicht bei Menschen.

00:29:47: es beginnt erst dort wo auch das kulturelle Umfeld verstanden wird Von der Lokalisierung, wie wir sie kennen hin zur Cultural User Experience.

00:30:09: Die Diskussion die ich gerade geführt habe über die Europäisierung chinesischer HMIs und den Unterschied zwischen chinesischen Nutzerinnen und Nutzeren und europäischen Nutzern und Nutzeren verweist auf einer Entwicklung die weit über die Automobilindustrie hinausgeht.

00:30:24: viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahrzehnten gelernt, Produkte für internationale Märkte zu lokalisieren.

00:30:32: Nutzeroberflächen werden übersetzt, Einheiten angepasst, gesetzliche Anforderungen berücksicht, regionale Inhalte integriert... Diese Form der Lokalisierung ist heute in vielen Kontexten standard.

00:30:46: In einer zunehmend vernetzten digitalisierten Welt, in einer Welt aus digitalen Ökosystemen reicht das aber nicht mehr aus.

00:30:59: Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, ein Produkt sprachlich oder rechtlich anzupassen.

00:31:05: Die Eigentliche Herausforderungen bestehen darin die Nutzererfahrung an unterschiedliche kulturelle Kontexte anzupassen.

00:31:15: Genau wie beginnt das was ich jetzt hier in diesem Kontext mal als cultural user experience bezeichnen möchte?

00:31:20: Die Grundidee ist einfach Menschen bewerten Technologien nicht ausschließlich nach ihrer Funktionalität.

00:31:29: Sie bewerten sie auch danach, ob es sich vertraut verständlich und angemessen anfühlt.

00:31:36: Und diese Wahrnehmungen werden maßgeblich durch kulturelle Prägung beeinflusst.

00:31:43: Nutzer einer Nutzerin in Deutschland und Frankreich in Schweden erwartet möglicherweise etwas völlig anderes von einem intelligenten Assistenten als Nutzerinnen in China oder Südkorea.

00:31:54: Die gleiche Funktion kann Begeisterung auslösen oder Skepsis hervorrufen.

00:31:59: Nicht weil Technologie unterschiedlich wäre, sondern weil die Erwartungen an die Technologie anders sind.

00:32:07: Für die Entwicklung von HMR bedeutet dies einen Perspektivwechsel.

00:32:11: Die zentrale Frage lautet nicht mehr ist das System bedienbar?

00:32:18: Benutzbar?

00:32:20: Sie lautet zunehmend passt dieses Nutzungserlebnis zu den kulturellen Erwartungen meiner Zielgruppe.

00:32:30: Damit rückt mehr als eine neue Fragestellung in den Mittelpunkt der Entwicklung, wie entsteht Vertrauen in dein digitales System?

00:32:38: Wann wird Automatisierung was hilfreich empfunden und wann als Kontrollverlust?

00:32:43: Wie viel Eigeninitiative darf einer KI zeigen?

00:32:48: Welche Informationen möchte der Nutzer sehen?

00:32:55: Wie direkt oder wie zurückhaltend sollte ein digitaler Assistent kommunizieren?

00:33:02: Ich habe auf keine dieser Fragen eine konkrete Antwort, aber das sind aus meiner Sicht die Zentralen, die wir in den Fokus rücken müssen.

00:33:11: Ja und diese Fragen lassen sich nicht alleine durch technische Spezifikationen, durch Technologie beantworten.

00:33:17: Sie berühren grundlegende kulturelle Vorstellungen darüber, wie Menschen mit Technologie interagieren möchten.

00:33:25: Gerade im kontextkünstlicher Intelligenz wird diese Perspektive immer wichtiger.

00:33:31: KI-Systeme treffen Entscheidungen, geben Empfehlungen über übernehmend zunehmende Aufgaben die früher ausschließlich von Menschen ausgeführt wurden und die Akzeptanz der KI hängt nicht nur von ihrer Leistungsfähigkeit ab sondern auch davon ob ihr Verhalten den Erwartungen der Nutzerinnen entspricht.

00:33:53: Ein KI-Assistent, der permanent Vorschläge macht und proaktiv eingreift mag in einem kulturellen Umfeld was besonders intelligent wahrgenommen werden.

00:34:01: In einem anderen Umfeld kann genau derselbe Verhalten das stören und beformern und wirken.

00:34:08: Die Herausforderung besteht daher nicht nur darin intelligente Systeme zu entwickeln sondern Systeme deren Intelligenz kulturell anschlussfähig ist.

00:34:20: Für internationale Hersteller und die Autohersteller sind alle international, dann steht daraus eine neue Entwicklungsaufgabe.

00:34:28: Während früher häufig ein globales Produkt entwickelt und anschließend lokalisiert wurde könnte das in Zukunft anders aussehen.

00:34:36: Die technische Plattform bleibt weitgehend identisch.

00:34:40: Die Nutzererfahrung wird jedoch gezielt an regionale Erwartungen angepasst.

00:34:47: Dieses Prinzip kennen wir bereits aus anderen digitalen Ökosystems.

00:34:54: Streamingdienste, soziale Netzwerke, eCommerce-Plattform.

00:34:57: Die haben alle dieselbe technologische Grundlage.

00:35:00: weltweit präsentieren Inhalte und Funktionen jedoch unterschiedlich abhängig von Markt-, Kultur- und Nutzerverhalten.

00:35:07: Im Fahrzeugbereich sehe ich eine ähnliche Entwicklung voraus.

00:35:14: die Fähigkeit unterschiedlicher kulturelle Unterschiede zu verstehen sondern die Gestaltung von HMI zu integrieren wird damit seinem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

00:35:25: Nicht die technisch anspruchsvollste Lösung, wo zwangsläufig die erfolgreichste sein, sondern erfolgreich wird jener Lösungen sein, die sich für die Menschen diese Nutzen natürlich und passend anfühlt.

00:35:42: Und damit erweitert sich auch das Verständnis von Human Center Design.

00:35:47: der Mensch steht weiter hinten im Mittelpunkt.

00:35:51: Doch der Mensch wird nicht mehr als ein universeller Durchschnittsnutzer, eine universelle Durchschnitznutzerin betrachtet.

00:35:59: Der Mensch... ...wird als Teil eines kulturellen Umfeldes verstanden und das Erwartungen, Gewohnheiten und Bewertung prägt.

00:36:09: Ja die, die die Zukunft... ...der Mensch-Maschinen-Interaktion liegt daher vielleicht nicht nur in besserer Technologie sie liegt in einem tieferen Verständnis dafür wie unterschiedliche Menschen in unterschiedlichen Kulturentechnologie erleben.

00:36:26: Ja, das Human-Centeredesign wird damit zunehmend cultural human centered Design also kulturell geprägtes Menschmaschinedesign.

00:36:41: genau da könnte einer der wichtigsten Herausforderungen für die nächsten HMI für die nächsten Jahre in der HMI-Entwicklung liegen.

00:36:54: Wie könnte die Zukunft aussehen?

00:36:58: Globaler Plattform, lokale User Experience.

00:37:03: Die Automobilindustrie befindet sich mitten in einer fundamentalen Transformation.

00:37:08: Software Defined Vehikel zentrale Rechner Architekturen Cloud Anbindung KI All das führt dazu dass das Fahrzeuge zunehmend auf globalen Technologieplattformen basieren.

00:37:19: Gleichzeitig steigen die Entwicklungskosten fürs Software und digitale Dienste kontinuierlich.

00:37:26: Der Shift, wie viel Wert eines Fahrzeuges liegt in Stahl, Kupfer und Gummis auf der einen Seite?

00:37:34: Und wieviel liegt in Bits & Bytes auf der anderen Seite verschiebt sich seit von zwanzig dreißig Jahren eigentlich schon seit immer kontinuerlich in Richtung der Bits&Bytes.

00:37:45: Für die Hersteller wird es daher wirtschaftlich immer wichtiger, möglichst viele Komponenten auch im Softwarebereich weltweit zu standardisieren.

00:37:58: Von daher spricht vieles für eine globale Plattformstrategie – also die grundlegende Software, die Betriebssysteme, die KE-Modelle und Fahrzeugarchitektur.

00:38:06: Das brauche ich nicht für jeden Markt neu entwickeln.

00:38:09: Skaleneffekte, schnelle Innovationszyklen, höhere Wartbarkeit sprechen eindeutig für globale Planforms.

00:38:18: Genau deshalb sehen wir heute, dass sich die technische Basis vieler digitaler Produkte weltweit immer stärker angleicht.

00:38:28: Und hier tritt dann ein scheinbarer Widerspruch auf.

00:38:31: Während die Technologie globaler wird werden die Anforderungen an den Nutzerfahrungen lokaler.

00:38:39: Der der Grund dafür liegt in einer einfachen Erkenntnis Menschen erleben keine Plattform.

00:38:44: Menschen erlebten Interfaces.

00:38:47: Menschen erleben Interaktionen.

00:38:49: Sie erleben die Art und Weise, wie ein System mit ihnen kommuniziert.

00:38:53: Wie es Entscheidungen erklärt, wie es Unterstützung anbietet.

00:38:58: Genau diese Wahrnehmung wird maßgeblich durch kulturelle Erwartungen geprägt.

00:39:06: Die Herausforderung der Zukunft besteht daher nicht darin für jeden Markt ein eigenes Fahrzeug zu entwickeln, die Herausforderung besteht darin auf einer gemeinsamen technischen Grundlage unterschiedliche Nutzererlebnisse zu ermöglichen.

00:39:21: Also, für einfach gesagt die Plattform wird global.

00:39:25: Die Experience wird lokal.

00:39:28: Ein europäischer Hersteller wird möglicherweise mehr Transparenz und Kontrollmöglichkeiten nicht herstellen.

00:39:33: Ein Europäischer Nutzer wird möglichweise mehr Transparenten und mehr Kontroll-Möglichkeiten erwarten.

00:39:38: Eine chinesische Nutzer, eine chinesischen Nutzerin bevorzugt vielleicht eine stärkere Integration digitaler Dienste an eine höhere Proaktivität der intelligenten Assistenten.

00:39:50: andere Märkte können dann wieder um ganz andere Schwerpunkte setzen.

00:39:52: Ich habe jetzt immer hier Europa, China gibt ja noch mehr Märkte auf der Welt.

00:39:57: Die technische Basis unten drunter kann identisch bleiben und die Art und Weise wie das System in den Nutzer interagiert braucht es nicht zu sein.

00:40:08: Und damit verschiebt sich die Aufgabe des HMI Designs.

00:40:10: In der Vergangenheit ging es häufig darum einzelne Funktionen oder Bedienoberflächen HMI so zu gestalten dass sie gut nutzbar sind.

00:40:20: Zukunftlich wird es immer stärker darum gehen, Nutzererlebnisse flexibel zu orchestrieren.

00:40:26: Dieses Thema haben wir bereits in vorigen Podcast-Folgen immer wieder kennengelernt – die Orchestrierung!

00:40:33: Bei der Multimodalität war die Zentrale erkennt, dass das der Wert nicht an einzelne Modalitäten besteht sondern in der intelligenten Orchestrierungen diverser Modalitäten.

00:40:46: Bei HMI-Ökosystemen zeigt sich, dass der Wert nicht in einzelnen Geräten liegt sondern in der nahtlosen Verbindung unterschiedlicher Touchpoints.

00:40:58: Und im Ende gilt für interkulturelle HMIs das selbe Prinzip Der Erfolg wird nicht davon abhängen ob ein Hersteller die beste Straßsteuerung oder den intelligentesten Assistenten entwickelt.

00:41:13: Entscheidend wird es sein, wie gut diese Technologien an die Erwartung der unterschiedlichen Nutzergruppen angepasst werden können.

00:41:21: Die Zukunft gehört vermutlich nicht im globalen Einheits-HMI – ich hoffe es!

00:41:26: Und ebenso wenig einer Vielzahl vollständig unterschiedlicher regionaler Lösungen – noch das hoffe ich!

00:41:32: Die Zukunft gehören flexiblen Systeme, die auf einer gemeinsamen Plattform aufbauen und gleichzeitig unterschiedliche kulturelle Präferenzen wir rücksichtigen können.

00:41:45: Vielleicht werden Fahrzeuge zukünftig erkennen, in welchem Markt sie betrieben werden oder welche Interaktionspräferenzen ihre Nutzer haben?

00:41:53: Vielleicht werden sich Interaktionskonzepte, Informationsdichten, Automatisierungsgrade und auch die Persönlichkeit digitaler Assistenten dynamisch anpassen.

00:42:03: Technisch ist das kein Problem!

00:42:06: Die entscheidende Frage lautet dabei nicht was es technisch machbar.

00:42:11: Sie lautet Welchen Wert eine solche Anpassung für den Menschen schafft?

00:42:16: Genau hier schließt sich der Kreis zu einer zentralen Botschaft dieser Podcast-Serie.

00:42:23: Die Zukunft von HMIS wird nicht durch Technologie allein bestimmt, sie wird durch die Fähigkeit bestimmt, Technologie so zu gestalten dass sie einen relevant nachvollziehbaren Mehrwert erzeugt.

00:42:36: Interkulturelle HMIs machen deutlich, dass Human-Centered Design weit mehr bedeutet als gute Usability oder attraktive HMIS.

00:42:46: Es bedeutet Menschen in einem jeweiligen Lebenskontext zu verstehen einschließlich der kulturellen Prägung ihrer Erwartungen und Technologieformen.

00:42:57: Oder die vielleicht wichtigste Erkenntnis globaler Technologien werden erfolgreich sein?

00:43:02: Aber nur dann wenn sie sich lokal menschlich anfühlen.

00:43:06: Genau daran könnte eine der größten Herausforderungen und eine der grössten Chancen für die nächste Generation von Automotive HMIs liegen.

00:43:18: Kommen wir zum Schluss, die Diskussion um die Europäisierung chinesischer HMis zeigt am Ende einer Erkenntnis, die weit über den aktuellen Wettbewerb zwischen europäischen und chinesischen OEMs hinausgeht.

00:43:31: Je globaler Technologien werden, desto wichtiger wird das Verständnis lokaler Nutzer- und Nutzerinbedürfnisse.

00:43:40: Die Zukunft erfolgreicher Menschmaschineninteraktion liegt nicht in der Entwicklung eines universellen HMI für alle Märkte, das ist gar nicht möglich.

00:43:49: Die Zukunft liegt in der Fähigkeit globale technologische Möglichkeiten mit den kulturellen Erwartungen realer Menschen zu verbinden.

00:43:58: Für HMI Entwickler bedeutet das einen Perspektivwechsel – Nicht die Technologie bildet den Ausgangspunkt guter Gestaltung sondern der Mensch in seinem jeweiligen Kontext.

00:44:08: Wer die kulturelle Dimension von User Experience versteht, wird nicht nur bessere HMIS entwickeln, er wird Technologien schaffen, die sich für Nutzer natürlich vertrauenswürdig und wertveranführen.

00:44:22: Und das sollte der eigentliche Kern von Human Centered Design sein!

00:44:34: Das war's für heute.

00:44:36: ich bedanke mich dafür dass du Zeit mit mir verbracht hast.

00:44:40: Du hast etwas für dich getan was dir keiner mehr nehmen kann.

00:44:43: Für einen weiteren Austausch findest du mich auf LinkedIn und auf meinen Website www.peter-risker.com oder unter www.beyond-hmi.de.

00:44:59: Bis zum nächsten Mal, pass auf dich hierauf und bleibt gesund!

Über diesen Podcast

Es geht um das Verhältnis von Mensch und Technik, um die Gestaltung von Technologie. Es geht darum, wie wir unsere Leben zurückbekommen, indem wir uns aus der Technologiesucht befreien. Technologie hat zwei dicke Probleme: sie ist schwer zugänglich und sie macht süchtig. Ich möchte das Leben meiner Zuhörer besser machen, in dem ich ihnen die Augen öffne, was die Gestaltung von und den Umgang mit Technologie angeht. Mein Ziel ist es, den Blick auf die Welt verändern und sie damit zu einem besseren Ort machen.

von und mit Dr. Peter Rössger

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